In formaler Hinsicht folgte er der platonischen Vorlage; die fünf Sätze sind mit den Namen der einzelnen Redner überschrieben und zeichnen deren Auftritte nach, wobei die ersten beiden und die letzten beiden Reden in jeweils einem Satz dargestellt werden. Nach dem Kugelmenschen-Mythos trachten die Götter begierig danach, von den Menschen Verehrung und Opfer zu erhalten, und nur aus diesem Grund lassen sie die Menschheit überleben. Sie zerstöre die Tapferkeit und infiziere die Seelen mit weibischer Krankheit, würdige männliche Jugendliche zur inneren Haltung einer Geliebten herab, lenke von sozialen Aufgaben ab und führe zu Kinderlosigkeit. Mit dem anfänglichen Beschluss der Gastmahlteilnehmer, die Flötenspielerin wegzuschicken, den Weingenuss zu begrenzen und sich auf den philosophischen Diskurs zu konzentrieren, ist das dionysische Element aus der Runde verbannt worden. [30], Je nachdem ob ein Kugelmensch rein männlich, rein weiblich oder gemischt war, waren seine getrennten Hälften heterosexuell oder homosexuell veranlagt. In seiner Wiedergabe des Gesprächs mit Diotima tritt Sokrates ihr gegenüber als Schüler auf. Im Gegensatz zu den Befürwortern der Egozentrismus-Hypothese folgert sie daraus aber nicht, dass Platon die Bedeutung und den Wert der Individualität verkannt habe. Er sah darin ein Muster höchster stilistischer Eleganz, das er zur Schulung seiner eigenen Beredsamkeit in seiner lateinischen Muttersprache nachbilden wollte. Diese Hälften hatten die Gestalt zweibeiniger Menschen. Schütrumpf, E. (1980) “Platon Politeia 401e,” Rh. [26], Dem Mythos zufolge hatten die Menschen einst kugelförmige Rümpfe[27] sowie vier Hände und Füße und zwei Gesichter mit je zwei Ohren auf einem Kopf, den ein kreisrunder Hals trug. Das Ziel, das an sich Schöne, sei weder in der Zeit noch im Raum zu finden; zugänglich sei die Idee des Schönen jedoch der wissenschaftlichen, vom Sinnlichen in methodischer Induktion Stufe um Stufe fortschreitenden Erkenntnis. [6], Phaidros, der im Symposion die erste Rede hält, ist als historische Person in den Quellen gut bezeugt. [38], Diotima hat gezeigt, dass Eros weder gut und schön noch schlecht und hässlich ist. Wenn Diotima dies meint, dann besteht ein schroffer Gegensatz zur Unsterblichkeitslehre, die Platons Sokrates im Dialog Phaidon nachdrücklich verteidigt. fürchtend, es werde am Ende noch Agathon das Haupt des Gorgias des gewaltigen Redners, [] meiner Rede entgegenhalten, und mich in einen sprachlosen Stein verwandeln. Der junge Agathon hat soeben mit seiner Tragödie den Wettstreit gewonnen und nun am Tag nach der großen Siegesfeier eine Schar von Freunden zu einem festlichen Beisammensein eingeladen. 1482/84). n. l. v jedné z předních athénských rodin. Ein oft erörtertes Thema der Forschung ist der kulturgeschichtliche Hintergrund des Mythos und insbesondere des Motivs der Androgynie. Zum Inhalt: Agathon hat Freunde und Bekannte zu sich nach Hause eingeladen, wo die Anwesenden dann spontan beschließen, sich die Zeit mit Lobreden auf Eros, den Gott der Liebe, zu vertreiben. Diese Vorstellung, mit der den Göttern Bedürftigkeit und ein niederes Motiv unterstellt wird, ist aus platonischer Sicht blasphemisch. SYMPOSION. Schleiermacher, 1807 A. Einleitung 1. In seinem Naturell verbindet Eros die Eigenschaften seines Vaters mit denen seiner Mutter. In: Religionsgespräche in der Geschichte des Christentums. ): Diese Seite wurde zuletzt am 15. Dissertation Freie Universität Berlin 2011, S. 122 f. Platon, Symposion 183c d. Platon, Symposion 181d. Er ist auf dem Weg zu einem Gastmahl bei Agathon. [64] Im antiken Griechenland fand die Androgynie einen Ausdruck in der Gestalt des Hermaphroditos. Plotin, der unter den Zuhörern war, hatte daran Anstoß genommen und Porphyrios mit der Abfassung einer Entgegnung beauftragt. Chr., das Todesjahr des Alkibiades. Auch im Roman Maurice von Edward Morgan Forster, der 1913–1914 geschrieben und erst 1971 postum veröffentlicht wurde, spielt Platons Dialog im Kontext einer modernen homoerotischen Beziehung eine Rolle. Die Kugelgestalt der mythischen Urmenschen ist eine Folge ihrer Abstammung von den kugelförmigen Himmelskörpern Sonne, Mond und Erde, denen sie ähnlich sind. Für eine breitere Öffentlichkeit ist der Name des Dialogs in erster Linie mit dem problematischen, oft missverstandenen Begriff der platonischen Liebe verbunden. Siehe zur Dialogfigur Phaidros Luc Brisson: Siehe zur Rolle des Alkibiades Stanley Rosen: Zur Kugelform, die von einigen Forschern, die eine zylindrische Form annehmen, bestritten worden ist, siehe. Liebe und Vollkommenheit schließen einander also aus. Sie sehen darin einen vom Autor mit ironischer Absicht gestalteten Text, der die pedantische Einstellung und inkohärente Denkweise der Dialogfigur aufdecken und damit die Fragwürdigkeit ihres Konzepts zeigen soll. [90], Die mittelalterliche Textüberlieferung besteht aus 55 Handschriften, die das Symposion ganz oder teilweise enthalten. Er kann sich aber dem Einfluss des Sokrates nicht entziehen, da er von ihm fasziniert ist. Nach einiger Zeit kommt Sokrates dann doch noch, l… [11], Die nächste Rede hält der berühmte Komödiendichter Aristophanes. Darauf verließ Sokrates munter das Haus und ging ins Lykeion, wo er ohne Schlafbedürfnis den Tag verbrachte; erst gegen Abend begab er sich nach Hause zur Ruhe.[50]. Bitte geben Sie beim Zitieren dieser Rezension die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an. Die Zeugungskraft oder Fruchtbarkeit, über die der Mensch sowohl im körperlichen als auch im seelischen Sinne verfügt, drängt nach Verwirklichung. Allerdings versuchten spätere Autoren nicht, mit Platons philosophischer Tiefe in Konkurrenz zu treten, sondern schufen stärker aufgelockerte, für ein breiteres Publikum unterhaltsamere Darstellungen sympotischer Zusammenkünfte. Dennoch lässt er sich in seiner Einstellung zu den Menschen seiner Umgebung von solchen Reizen und anderen Äußerlichkeiten überhaupt nicht beeinflussen. Zwar war er kein Augenzeuge des Ereignisses, das vor rund anderthalb Jahrzehnten stattfand, doch stützt er sich auf die Darstellung des Aristodemos, der damals unter den Gästen war. Die Liebeslehre jedoch, die Diotima im Dialog vorträgt, ist in der Moderne außerhalb philosophischer und altertumswissenschaftlicher Kreise schweren Missverständnissen ausgesetzt. Demnach bezieht sich das Streben nach Fortdauer, von dem Diotima redet, nur auf das Dasein im Bereich der vergänglichen Sinnesobjekte. [137], Nicolai Hartmann stellte 1909 fest, Platon baue im Symposion die Idee des Schönen „geradezu aus Negationen“ auf; er bestimme sie dadurch, dass er ihr Bestimmungen entziehe, um ihr jeden Schein eines dinghaften Daseins zu nehmen. [119], Im Mittelalter hatten die Gelehrten West- und Mitteleuropas keinen Zugang zum Text des Dialogs. Der platonische Aufstieg ist eine bewusst vollzogene Aufeinanderfolge von Schritten, die Sublimierung ein unbewusster Vorgang. Da sie sonst nichts mehr unternahmen, begannen sie zu verhungern. Die Redner konkurrieren miteinander, ihre improvisierten Reden sind Ausdruck eines Wettkampfs, den derjenige gewinnt, der die anfangs gestellte Aufgabe am besten bewältigt.[4]. Von da aus gelangt der Liebende zur höchsten Erkenntnisstufe. Im 20. und 21. [14] Auch in anderen Dialogen Platons zeigt Sokrates ein stark ausgeprägtes Interesse an der Liebe und der philosophischen Auseinandersetzung mit ihr. Nach der zweiten Richtung ist Diotimas Lehre mit der platonischen Philosophie unvereinbar, daher lehnt Platon sie ab und erwartet auch vom Leser, dass er ihre Falschheit erkennt und sie verwirft. Das war eine Voraussetzung für die ernsthafte Auseinandersetzung mit einem erhabenen Thema. [142], Michel Foucault betonte 1984 in seiner Geschichte der Sexualität den Gegensatz zwischen dem konventionellen und dem platonischen Liebesverständnis. Vielmehr ist die Darstellung des Symposions in eine Rahmenhandlung eingebettet, die sich nach der vorherrschenden Forschungsmeinung um 401/400 v. Chr. Der Gegensatz zwischen Sokrates und Alkibiades zeige die dämonische Doppelnatur des Eros. Es ist nun charakteristisch für das Symposion, daß hier ein philosophi- i sches Gespräch von der Art, wie sie aus allen Sokratischen Dialogen Platons ' Daher richtet sich nun die Liebe auf diese Person, auch wenn sie äußerlich unansehnlich ist. Diesen Drang versuche Platon auf „Begriffsgespenster“ abzulenken, wodurch er aber den wirklichen Eros verdränge und vernichte. [35], Agathon konzentriert sich nicht auf die Rolle der Erotik im menschlichen Leben, sondern auf die Natur des Gottes Eros, dessen Verherrlichung seine Rede dient. Zwei Aspekte der Rolle Diotimas haben in der Forschung besondere Beachtung gefunden: der Umstand, dass Platon hier entgegen seiner Gewohnheit eine weibliche Figur auftreten lässt, und die außerordentliche Autorität, mit der er diese Gestalt ausstattet. Mit Eros’ Hilfe sei dieses Ziel erreichbar. [70], Diesbezüglich konkurrieren drei Deutungsrichtungen. d.s. Die Gegenauffassung lautet, Platons Vorstellung sei nicht so einseitig und beschränkt, sondern das tugendhafte Individuum werde bei ihm durchaus als legitimes Liebesobjekt gewürdigt. Musil knüpft mit ironischer Absicht an die antike Tradition an: Er wendet sich gegen eine romantische Überhöhung trivialer Verhältnisse. [120], Für den arabischsprachigen Raum konnte eine direkte Rezeption bisher nicht nachgewiesen werden, wörtliche Zitate fehlen. [63] Das Motiv einer ursprünglichen Androgynie, einer später getrennten anfänglichen Einheit der Geschlechter, kommt auch in außereuropäischen Mythen vor. Von solcher Erweiterung des Blickfelds ausgehend entwickelt Diotima ihre Lehre von der rechten philosophischen Lenkung des erotischen Drangs. Dann schlief erst Aristophanes ein und nach Tagesanbruch auch Agathon. Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Ja, das ist ein Buchvorschlag für eine Leserunde. Die Wahrheit sei bei der prächtigen Schilderung auf der Strecke geblieben. Dabei kommen auch mancherlei Spekulationen über seine eigene sexuelle Orientierung ins Spiel. Diese gebildete Dame, die als „neue Diotima“ bezeichnet wird – es handelt sich um die mit Patrizi befreundete Dichterin Tarquinia Molza – trug allerdings unplatonisches Gedankengut vor. Der Philosoph Frans Hemsterhuis (1721–1790), der sich als Sokratiker betrachtete, nannte die gebildete Fürstin Amalie von Gallitzin, mit der er intensiv korrespondierte, „Diotima“, sich selbst im Umgang mit ihr „Sokrates“. [10], Der dritte Redner, dessen Stellungnahme im Dialog wiedergegeben wird, ist Eryximachos, der seit langem mit Phaidros befreundet ist. Zitate von Platon: Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen. [77], Der Stufenweg, der zur Betrachtung des an sich Schönen führt, ist der Lebensweg des Philosophen. Agathón, mladší vrstevník Sókratův, měl podle starověkých zpráv vynikající místo v mladší generaci athénských tragiků. Jeweils in eckigen Klammern finden sich zum üblichen Zitieren die Stellenangaben der 3-bändigen Ausgabe "Platonis opera quae extant sunt", herausgegeben von Henricus Stephanus, 1578. Bessarion warf Trapezuntios unter anderem vor, die Ansichten der verschiedenen Redner im Symposion mit Platons eigener Position gleichgesetzt zu haben. Im Laufe der Zeit kam es zu einem Bedeutungswandel des Begriffs platonische Liebe, dessen Endergebnis eine fundamentale Umdeutung ist. In seiner Rede beschränkt sich Sokrates darauf, die Auffassung Diotimas, der er sich anschließt, wiederzugeben. Erst am Ende der langen Nacht, wenn fast alle das Trinkgelage verlassen haben oder, entgegen dem guten Vorsatz, nun doch schwer vom Wein, eingeschlafen sind, folgt ein Sokratisches Ge- spräch, und zwar über die … - Platons ‚Symposion‘“ im Sommersemester 2015 basiert, befasst sich damit insbesondere den Mittelteil (298a - 212c) des Werkes genauer zu betrachten und zu erläutern. Seine Macht über sich selbst fasziniert und verschafft ihm Macht über andere. Margarete, die selbst Dichterin war, verband in ihrem Liebesverständnis platonische und christliche Elemente. [152], Sigmund Freud führte in seiner 1920 veröffentlichten Abhandlung Jenseits des Lustprinzips den Kugelmenschen-Mythos als Beleg dafür an, dass seine Theorie von der konservativen Natur der Triebe schon in der Antike einen Vorläufer gehabt habe. Das Erschauen der Idee in ihrer Reinheit und Unvermischtheit sei ein Denken. [18], Eine Gruppe von wohlhabenden Freunden befragt Apollodoros nach dem legendären Gastmahl Agathons, über das Gerüchte kursieren. Als sie eintreffen, wird Aristodemos vom Gastgeber sogleich freudig begrüßt und gebeten, sich neben Eryximachos zu setzen. Darin berichtet ein Erzähler vom Verlauf eines Gastmahls, das schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt. [82], Einen anderen Weg hat Martha Nussbaum 1986 mit ihrem Deutungsversuch eingeschlagen, mit dem sie eine lebhafte Forschungsdebatte ausgelöst hat. [21], Phaidros beginnt mit der Feststellung, Eros sei ein großer Gott und schon seiner Herkunft wegen bewundernswert. Er bezeichnete den Dialog als „Gespräche über die Liebe“. Das führt zu einer Ausrichtung auf die Ethik. Der Philosophiehistoriker Constantin Ritter sah im Symposion „eines der feinsten und reichsten Erzeugnisse der schriftstellerischen Kunst des hellenischen Altertums“. Politisch ist Alkibiades sehr erfolgreich, als Volksredner versteht er es, die Menge zu steuern; aber Sokrates macht ihm klar, wie wenig er befähigt ist, den Staat zu lenken, solange er sich selbst nicht beherrschen kann und der Knecht seiner Begierden ist. [72], Die Alternativthese, der zufolge Diotima sophistisch denkt und ein von Platon oder zumindest seinem Sokrates abgelehntes Konzept vertritt, gilt heute als verfehlt. Somit ist er unvollkommen und kann daher kein Gott sein. Phaidros soll den Anfang machen. [56], Aristophanes und sein Kugelmenschen-Mythos, Aristophanes’ Schluckauf wird in der Forschung unterschiedlich gedeutet. gibt es zumindest für einige Texte besondere Standardausgaben, nach denen üblicherweise zitiert wird. Alkibiades illustriert dies mit der Schilderung gemeinsamer Erlebnisse auf einem Feldzug. Standard-Ausgaben und Besonderheiten beim Zitieren einiger Autoren Bei manchen Autoren (z.B. Im Sinne dieser Absicht sei es zweckmäßig, dass dabei „eine Frau das Kommando führt“. Auflage. Platons bedeutendstes politisches Werk, die Politeia, beschäftigt sich mit dem Problem der Gerechtigkeit und der Idee zur gerechtigkeits entsprechenden Staatsverfassung. Später wird man sich der seelischen Schönheit zuwenden, die man zunächst in einer bestimmten Person wahrnimmt. Orig . Die Wirkung seiner seelischen Schönheit ist so stark, dass sie ihn auch erotisch attraktiv macht, obwohl er körperlich weit vom Schönheitsideal seiner Zeit entfernt ist. [96] In seiner Schrift Über die Seele griff er den Gedanken von Platons Diotima auf, dass die Fortpflanzung der Lebewesen ein Streben nach Teilnahme am Ewigen und Göttlichen ist. In: Zitat und Zeugenschaft. Die Geschlechtsteile blieben auf der anderen, früher nach außen gewendeten Seite, die nun die Rückenseite war. In gewisser Weise bereitet der Dialog Lysis nur den Dialog Symposion vor, … Komödiendichter – insbesondere Aristophanes – verspotteten ihn; Aristophanes nahm sein sehr gepflegtes Äußeres und seine Ausdrucksweise aufs Korn und stellte ihn als verweichlicht dar. fürchtend, es werde am Ende noch Agathon das Haupt des Gorgias des gewaltigen Redners, [] meiner Rede entgegenhalten, und mich in einen sprachlosen Stein verwandeln. Dies musste der gutaussehende, vom Erfolg verwöhnte Alkibiades selbst zu seinem Leidwesen erleben, als er sich einbildete, er könne dank seiner physischen Attraktivität bei Sokrates erreichen, was er wollte. Hier komme es zum reinen Denken, dem Denken des seienden Seins, des reinen Seinsprinzips. gibt Sokrates-Platon die von Diotima übermittelte Auffassung des Ἔρως wieder: ... Sondern weil wir, wie es im Aristophanes-Mythos des Symposion (191a ff.) [59] Gegensätzlich sind auch die Stilebenen: Die Schilderung der Kugelmenschen und ihrer Fortbewegung zeigt deutlich komische, groteske Züge und kontrastiert dadurch mit der Erhabenheit der Darstellung von Diotimas metaphysischer Liebeslehre. Sie ist nicht tiefsinnig, aber sorgfältig disponiert und formal brillant. des Religionsfrevels beschuldigt wurde. Anzustreben sei Einheit als „der Zustand, in dem Subjekt und Objekt ein und dasselbe sind, der Zustand dessen, der sich selbst erkennt und sich selbst liebt“. Allerdings trifft diese Feststellung, wie Diotima erklärt, den Sachverhalt nicht genau; sie bedarf einer Berichtigung. Betrachten wir Platon, so bemerken wir, wenn in seinem Staate nicht etwas Mangelhaf--Einleitung- fehlt im Orig. Damit offenbart er eine Haltlosigkeit, die in scharfem Kontrast zur Prinzipienfestigkeit des Sokrates steht. Gerade im Symposion wird neben den handelnden Personen auch der Leser in das heiter-übermütige Spiel einbezogen. Daher entfaltet sie sich dort, wo sie auf Schönes trifft, denn dort kann sie sich mit etwas verbinden, das ihr entspricht. Dabei geht es um die Frage, inwieweit seine Rede Rückschlüsse auf Normen, Werte und sexuelle Gepflogenheiten der damaligen Oberschicht Athens gestattet. Alkibiades hielt ebenfalls eine Lobrede, aber nicht auf Eros, sondern auf Sokrates. [47], Tief beeindruckt ist Alkibiades von Sokrates’ souveränem Umgang mit der sexuellen Attraktivität körperlicher Schönheit. [43], Die erotische Anziehungskraft, die sich zunächst bei der Begegnung mit Körperschönheit geltend macht, erlangt eine neue Qualität, wenn sich der Erotiker den Bereich seelischer Schönheit erschließt. Daher solle man alles, was zur Erotik gehört, ehren und sich auf diesem Gebiet übend betätigen. Wenn es jedem gelänge, die zu ihm gehörende andere Hälfte zu finden, wäre die Menschheit nach Aristophanes’ Überzeugung geheilt und glückselig. Dem Eros vertraue Platon die großen sittlichen Aufgaben der Menschheit an. Jahrhundert n. Auflage. Dass er zart sei, ersehe man daraus, dass er seinen Wohnsitz in den Seelen habe und Menschen von harter Gemütsart meide. Er behauptet, es gebe nicht nur einen Eros, sondern zwei, und ebenso existiere auch die Liebesgöttin Aphrodite doppelt. Jeho otec Aristón prý odvozoval svůj původ od athénského krále Kodra, matka Periktioné pocházela z rodu slavného básníka a zákonodárce Solóna a její bratři Charmidés a Kritiás se podíleli na vládě třiceti na konci peloponéské války.Platónovi bratři Adeimantos a Glaukón také vystupují v jeho dialozích a sestra Pótóné byla matka … 1482/84). Der historische Aristophanes hingegen verspottete Sokrates und die sokratische Philosophie in seiner 423 aufgeführten Komödie Die Wolken. [147] Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff betonte, man dürfe das Symposion nicht als Lehrschrift eines Philosophen auffassen; der stärkste Zauber Platons liege in der „Dichtkunst“, der schriftstellerischen Leistung. Ich hoffe, ich mache jetzt alles richtig, so dass dieser Beitrag es schafft, in diesem Unterforum zu verweilen. [71], Da sich Platons Sokrates im Symposion den Ausführungen Diotimas vorbehaltlos anschließt, folgt die Forschung überwiegend der traditionellen Interpretation, wonach Diotimas Lehre weitgehend oder gänzlich die platonische ist. Ein weiteres für die Datierung relevantes Indiz bietet vielleicht der Umstand, dass Platons Phaidros hypothetisch von der Möglichkeit spricht, ein Heer aus lauter Liebenden und Geliebten aufzustellen. Er fand darin eine philosophische Stütze für die Wertordnung der christlichen Liebeslehre, in der die Nächstenliebe über der erotischen Liebe zu einem bestimmten Menschen und die Gottesliebe über allen anderen Formen von Liebe steht. Zur Zeit des fiktiven Dialoggeschehens war er etwa 34 Jahre alt und stand auf der Höhe seiner Macht. [111], Der stark vom Platonismus beeinflusste Kirchenschriftsteller Origenes interpretierte den Mythos von der Abstammung des Eros christlich. Vielmehr ist es nur begehrenswert, weil und insofern es etwas Allgemeines – körperliche oder seelische Schönheit – beeindruckend verkörpert. Später wurden sie vom Göttervater Zeus zur Strafe für ihren Übermut in zwei Teile geschnitten. [53] Die von Pausanias betonte Unterscheidung zwischen Aphrodite Urania und Aphrodite Pandemos ist insofern historisch, als beide in Athen kultisch verehrt wurden. Der historische Phaidros war ein vornehmer Athener aus dem Demos Myrrhinous, der tatsächlich zum Umkreis des Sokrates gehörte. Ihm fehlt manches zur Einsicht, doch strebt er eifrig danach, da er sich dieses Mangels bewusst ist. Dabei tritt er selbstbewusst auf und setzt volles Vertrauen in sein medizinisches Wissen. Jeder Zweibeiner gehört hinsichtlich seiner erotischen Veranlagung zu einem von drei Typen, die den drei Kugelmenschen-Geschlechtern entsprechen. [114], In der Spätantike war der Neuplatonismus die vorherrschende philosophische Strömung. [144], Relativ ungünstig fiel hingegen das Urteil von Friedrich Nietzsche aus: Platon imitiere im Symposion verschiedene Stile und zeige sich nicht auf der Höhe seiner Kunst. Diese Argumentationslinie wurde für den Renaissance-Platonismus wegweisend.[123]. Nach seiner Darstellung war sie eine weise Frau aus Mantineia in Arkadien, eine Seherin, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügte. Das Ziel des Methodios war es, Platons Schrift durch ein christliches Gegenstück zu ersetzen. Eryximachos schlägt vor, über die Vortrefflichkeit des Eros zu reden, die bei den Dichtern und Rednern bisher seltsamerweise keine Beachtung gefunden habe. Mit dieser „Schau“ des absolut Schönen erreicht die Sehnsucht des Erotikers ihre Erfüllung.